Nachfolge gewinnt gerade im Mittelstand weiter an Brisanz

Immer mehr Übergebern stehen immer weniger Übernehmer gegenüber.

Der DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2019 zeigt, wie die Übergabe zu einer immer größeren Herausforderung wird.
 
Demographie, Fachkräftemangel sowie die zunehmende Digitalisierung, die bestehende Geschäftsmodelle in Frage stellt und neue Wettbewerber auf den Plan ruft, stellen den Mittelstand und damit viele Familienunternehmen vor große Herausforderungen.


Fast jedes zweite Unternehmen hat bei Beratungsbeginn noch keinen Nachfolger gefunden.


Mit 31% aller Beratungen stehen die meisten Übertragungen bei Handelsunternehmen an. Jedoch interessieren sich nur 23% der Nachfolger für dieses Segment. Insbesondere die starke Inhaberorientierung und die geringen Renditen bei Kleinunternehmen reduzieren die Attraktivität. Darüber hinaus halten veraltete Geschäftsmodelle, Konkurrenz durch den Onlinehandel und Verschiebungen bei den Vertriebsformen Interessenten von diesem Segment ab. 


Auch im Hotel und Gastgewerbe fehlt circa ein Drittel der Nachfolger. Hohe Arbeitsbelastung und fehlende Fachkräfte spielen hier eine große Rolle. 


Ganz anders sieht es in der Industrie aus, wo mehr als doppelt so viele Interessenten den potenziellen Verkäufern gegenüberstehen. Das trifft insbesondere sehr stark für den Osten Deutschlands zu.


Situation der Übergeber

 

•    48% suchen noch einen passenden Nachfolger 
•    43% fordern einen überhöhten Verkaufspreis, da sie auch die „schlaflosen Nächte“ und den persönlichen Einsatz mit einrechnen 
•    43% sind nicht genügend auf die Unternehmensnachfolge vorbereitet und schieben diese emotional herausfordernde Angelegenheit auf die „lange Bank“ 
•    38% können emotional nicht loslassen und haben häufig kein alternatives Lebensmodell für die Zeit danach entwickelt 
•    31% warten mit dem Verkauf, weil sie auf ein besseres Angebot hoffen, um ihre Altersvorsorge aufzustocken 
•    69% haben keinen „Notfallkoffer“ gepackt, in dem bei einem Notfall alle wichtigen Dokumente und Vollmachten für einen Nachfolger zusammengestellt sind


Situation der potentiellen Übernehmer
 

•    50% finden kein passendes Unternehmen
•    44% unterschätzen die Anforderungen an eine Übernahme, da sie von einer „Gründung im gemachten Nest“ ausgehen
•    39% haben große Schwierigkeiten, die Nachfolge zu finanzieren 
•    25% haben unzureichende Qualifikation, häufig bei Themen wie: Führung, Strategie…


Meine Empfehlungen


Die Unternehmensnachfolge ist ein komplexer und vielschichtiger Prozess. Sie stellt eine epochale Herausforderung im Leben eines Unternehmers dar. Jenseits von rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen spielt sie sich vor allem im Herzen ab, da es darum geht, Abschied von seinem Lebenswerk zu nehmen.


Deshalb verdient sie auch die allergrößte Aufmerksamkeit und Professionalität. Die gelungene Übergabe ist das „Meisterstück eines Unternehmers“.


Berücksichtigen Sie die folgenden Schwerpunkte:
 

•    Beginnen Sie früh mit dem Prozess, wenigstens 5 Jahre vor der geplanten Übergabe
•    Übernehmer sind rar. Vergrämen Sie einen potenziellen Nachfolger nicht mit einem zu hohen Preis und geben Sie ihm Raum (Der Großteil der misslungenen Übergaben scheitern am mangelnden Loslassen des Übergebers)
•    Erarbeiten Sie einen Ausblick, wie Sie Ihr Leben nach der Übergabe führen wollen (ev. mit PartnerIn)
•    Ermutigen Sie den Nachfolger, frühzeitig Qualifikationslücken zu schließen
•    In der Regel steuern Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben einen Übergabeprozess. Lassen Sie sich von einem vertrauensvollen Begleiter unterstützen, der nicht nur die betriebswirtschaftlichen Themen, sondern vor allem auch die emotionalen und menschlichen Aspekte betrachtet


Quelle: www.dihk.de
 

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